Neuer Vorstand der Gemeindewerke hat viel vor

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Der Nachfolger für Ingrid Haberl, der bald scheidenden Vorständin der Peißenberger Gemeindewerke, ist gefunden: Demnach wird Stefan Ziegler ab November das Kommunalunternehmen (KU) leiten. Der 52-jährige, gebürtige Augsburger war 36 Jahre lang für die Lechwerke tätig. Mit den Gemeindewerken hat Ziegler viel vor.

Nachdem Ingrid Haberl vor ein paar Monaten bekannt gegeben hatte, dass sie ihren auslaufenden Vorstandsvertrag aus privaten Gründen nicht mehr verlängern wird (wir berichteten), da musste sich der Verwaltungsrat der Gemeindewerke auf die Suche nach einem Nachfolger machen. Es wurde ein zweistufiges Auswahlverfahren angesetzt –„mit vielen starken Bewerbern“, wie Bürgermeister und KU-Verwaltungsrats-Chef Frank Zellner (CSU) betont: „Ich bin froh, dass wir den Prozess einvernehmlich mit einer guten Lösung beenden konnten.“

Die Wahl des Verwaltungsrats fiel letztlich auf Stefan Ziegler. „Er hat viel Vorerfahrung in den Bereichen, Daseinsvorsorge und Energieversorgung‘. Er pflegt einen guten Umgang und passt vom Typ her zu den Werken“, beschreibt Zellner die Vorzüge des künftigen Werkleiters. Ziegler ist bis dato in einer Führungsposition bei den Lechwerken in Augsburg tätig – und zwar als Bereichsleiter für 500.000 Privat- und Gewerbekunden. Ihm sind 75 Mitarbeiterunterstellt. „Er hat das Stromgeschäft von der Pike auf gelernt – auch als Praktiker“, lobt Zellner den Werkleiter in spe.

Ziegler hat bei den Lechwerken mit einer technischen Ausbildung begonnen, wechselte dann in den Vertrieb und hat in St. Gallen zum „Master of Management“ graduiert. „Ich habe in der Schweiz viel gelernt – zum Beispiel was eine Führungskraft auszeichnet“, erklärt Ziegler beim Pressegespräch. Die Antwort: „Was man als Chef auf keinen Fall machen darf, ist, die Mitarbeiter zu demotivieren.“ Ziegler beschreibt sich als „neugierigen und offenen Menschen“: „Ich fordere andere Meinungen sogar ein. Ich bin ein großer Fan davon, über den Dissens zum Konsens zu kommen. Man muss die Vielfalt der Meinungen nutzen. Ich sehe mich auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern.“

Die noch amtierende Werkleiterin, Ingrid Haberl, war respektive ist bei den rund 75 Mitarbeitern der Gemeindewerke beliebt. Sie setzte auf flache Hierarchien. Von Ziegler glaubt man, dass er den kommunikativen Führungsstil fortsetzen kann: „Wir haben jemanden gesucht, der zur Mannschaft passt“, sagt Zellner. Und was erwartet der Aufsichtsrat noch vom neuen KU-Chef? „Die Gemeindewerke sollen ein nahbarer und kompetenter Dienstleister vor Ort bleiben“, erklärt Zellner. Außerdem solle die Energiewende weiter vorangetrieben werden –und: „Am Ende muss auch eine gute wirtschaftliche Situation dargestellt sein.“

Aber warum verlässt Ziegler nach 36 Jahren die von ihm so bezeichnete „Welt der Lechwerke“? „Ich wollte einfach nochmal was anderes machen“, sagt der Vater von zwei Töchtern. Bei den Lechwerken hätten ohnehin Veränderungen angestanden. Im Konzern werden die Führungspositionen von Zeit zu Zeit automatisch durchgewechselt. Ziegler hätte die nächste Stufe erklimmen können, doch damit wäre unter Um-ständen ein Wohnortwechsel nach Nordrhein-Westfalen angestanden. Doch die Heimat wollte er nicht verlassen: „Dazu lebe ich zu gern in Bayern.“

Ziegler wird nach Herrsching ziehen und nach Peißenberg pendeln. Der Markt war ihm nicht ganz unbekannt. Die Lechwerke sind an der Peißenberger Wärmegesellschaft (PWG) beteiligt. „Peißenberg war für mich also kein blinder Fleck“, erzählt Ziegler. Von der Ausschreibung für den Werkleiterposten hat er aus der „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ erfahren. Lange überlegt hat er nicht, eine Bewerbung abzugeben: „Ich bin jemand, der gerne Neues dazulernt. Die Gemeindewerke haben ein grünes Label, sie sind digital, dezentral und lokal. Es gibt eine gute, solide Basis, auf der man aufbauen kann.“

Bericht: Weilheimer Tagblatt
Redaktion: Bernhard Jepsen

FOTO: Stefan Ziegler (links) und Bürgermeister Frank Zellner.
Ziegler: „Wir müssen die Energiewende jetzt selber schaffen“

Viel hat der künftige Gemeindewerksleiter, Stefan Ziegler, zwar von Peißenberg noch nicht gesehen. Aber bei einer kleineren Besichtigungstour durch den Ort ist ihm aufgefallen, dass relativ wenig Hausdächer mit PV-Anlagen bestückt sind: „Da gibt es deutliches Ausbaupotenzial“, meint er.

Die Energiewende soll eines seiner Schwerpunktthemen werden – allein schon aufgrund der weltpolitischen Ereignisse. „Wir müssen die Energiewende jetzt selber schaffen“, glaubt Ziegler. Er ist „überzeugt“ davon, dass sich die Rolle der Versorgungsunternehmen verändern wird – hin zu einer Dienstleisterfunktion. Der Hintergrund: Mehr PV-Anlagen bedeuten weniger Einnahmen im Stromvertrieb. Doch Ziegler sieht künftige Aufgabenfelder zum Beispielbei der Wartung von Solaranlagen. „Da müssen die Gemeindewerke mit profitieren.“ Den Ausbau der dezentralen Energieversorgung sieht Ziegler als „herausfordernde und spannende Aufgabe“.

Die Gemeindewerke würden mit Netz, Vertrieb und Erzeugung über gute Voraussetzungen verfügen: „Die Energiewende fängt im Kleinen an“, sagt der künftige Gemeindewerksleiter: „Sie kommt so oder so – und sie bietet große Chancen.“

Neue Trikots für die TSV Peißenberg Fußballjugend

Neue Trikots für die TSV Peißenberg Fußballjugend

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Für die F-Jugend der Fußballabteilung des TSV Peißenberg e.V. haben die Gemeindewerke Peißenberg KU im Rahmen des Engagement-Projektes „www.gwp-ichbindabei.de“ neue Trikots gesponsort.

Robert Weiß (Trainer), Martin Resch (Betreuer) sowie die Spielerinnen und Spieler bedanken sich herzlich bei Katharina Regending und Philipp Reichhart (Gemeindewerke) für die Unterstützung.

Neue Spielertrikots und Stutzen für Miners

Neue Spielertrikots und Stutzen für Miners

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Seit Jahren unterstützen die Gemeindewerke Peißenberg KU die Seniorenmannschaft und die „Miners“ (Nachwuchsmannschaft) der Abteilung Eishockey vom TSV Peißenberg e.V.  Auch in dieser Saison konnten, mit Hilfe des Kommunalunternehmens, neue Spieltrikots und Stutzen angeschafft werden und das für alle Nachwuchsmannschaften!

Ein Herzliches „Dankeschön“ von den YoungMiners: „Wir sind stolz das Logo auf den Spieltrikots und den Stutzen eines jeden Spielers zu tragen!“

Auch die Seniorenmannschaft sagt „Danke“ für die spitzenmäßige Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren sowie in dieser Saison „auf die Unterstützung der Gemeindewerke Peißenberg KU ist immer Verlass“.

Auf dem Foto zu sehen sind Philipp Reichhart und Katharina Regending (Gemeindewerke Peißenberg KU) sowie Michael Schleich (TSV Peißenberg e.V.) mit Spielern der YoungMiners in der heimischen Eissporthalle.

Billigstromanbieter können Verträge nicht einhalten – Neukunden müssen mehr zahlen!

Gefahren bei Haustürgeschäften

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Seit Monaten steigen die Preise an der Großhandelsbörse für Strom und Erdgas. Die Preise sind seit Sommer um bis zu 400 % angestiegen. Gründe  hierfür liegen zum einen in der wirtschaftlichen Erholung der Staaten nach der Corona-Krise – die  starke Nachfrage treibt die Rohöl- und Gaspreise in die Höhe. Zudem hat der kalte zurückliegende Winter Lagerbestände geleert. Ein weiterer Faktor ist die CO2-Bepreisung: Für die Brennstoffe Kohle und Gas, die dazu verwendet werden, Strom zu produzieren, müssen die Energiekonzerne deutlich mehr bezahlen.

Eine problematische Ausgangssituation für Energiediscounter, die Energiemenge beschaffen und jetzt durch bestehende Fixverträge teure Energie einkaufen/nachkaufen müssen, die Mehrkosten jedoch wegen zugesagter Niedrigpreise nicht an ihre Kunden weiterverrechnen können.  Bei zahlreichen Versorgungsunternehmen hat dies gar zur Insolvenz geführt: Allein im vergangenen Jahr konnten mehr als 39 Billig-Preisversorger keinen Strom bzw. kein Erdgas mehr liefern.  Was das für die entsprechenden Endverbraucher bedeutet: Sie sind  gezwungen, einen neuen Energieversorger zu beauftragen. Passiert dies nicht, ist der jeweils örtliche Grundversorger gesetzlich verpflichtet, sie „aufzufangen“ und weiter mit Strom und Erdgas zu versorgen.

Somit entpuppt sich der ehemals billige Energieversorger  nunmehr als Draufzahlgeschäft  für Endverbraucher, wenn das regionale Energieunternehmen keine Neuverträge mehr abschließt und der Verbraucher in die Grundsicherung eingestellt wird, bevor die Strom-/Gassperre droht.

Die Gemeindewerke Peißenberg KU haben deshalb für Neukunden kurzfristig einen weiteren Tarif in beiden Sparten Strom und Erdgas eingeführt, damit die Bestandskunden vor weiteren Preissteigerungen wegen erhöhter Nachfrage durch viele Neukunden geschützt sind. Denn für eben diese Neukunden, die von anderen Wettbewerbern aus ihren Verträgen  gekündigt wurden oder aufgrund von Insolvenz des Anbieters nicht mehr versorgt werden können und zu den Gemeindewerken Peißenberg wechseln, müssen zusätzliche Mengen Strom und Erdgas am Börsenmarkt sehr teuer dazu gekauft werden,  sollte die im Vorjahr eingekaufte Menge nicht mehr für Bestands- und Neukunden ausreichen. Eine Zu- und Abwanderung von Kunden wird beim Einkauf zwar einkalkuliert, jedoch übersteigt die Anzahl der Neukunden aufgrund der oben beschriebenen Situation derzeit das übliche Maß bei weitem.

Manuel Schumnik, Shared-Service-Teamleiter bei den Gemeindewerken Peißenberg, erklärt:

„Seit Ende Dezember haben wir eine sehr hohe Nachfrage (ca. 15 Neukunden pro Tag) die zu uns wechseln möchten, weil Billig-Wettbewerber ihre Preise massiv erhöht bzw. Insolvenz angemeldet haben und dadurch die bestehenden Verträge der Endverbraucher nicht einhalten können.  Deshalb mussten wir eigene Tarife mit marktgerechten Preisen für Neukunden einführen, damit unsere Bestandskunden vor weiteren Preiserhöhungen geschützt und nicht bestraft werden, durch Kunden, die ihren Billiganbieter verloren haben. Sollten Sie bereits Kunde bei uns sein und umziehen, können Sie Ihren bestehenden Vertrag weiterhin behalten.“

Damit bei solchen Haustürgeschäften den Kunden der Gemeindewerke Peißenberg KU keine finanziellen Nachteile entstehen, die zum Teil mehrere hundert Euro betragen können, empfehlen wir, einige Regeln zu beachten, wenn überraschend eine Werbeperson an der Haustür klingelt und „günstige“ Energie verkaufen will:

Stromvergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt mit 2 Personen und einem Jahresverbrauch von ca. 2.500 kWh Strom bezahlt nun bei den Gemeindewerken Peißenberg KU als Neukunde 45 Cent/kWh + Grundpreis 12,50 €/Monat. Bestandkunden zahlen nach wie vor im Preismodell „Maxi“ 30,24 Cent/kWh kWh + Grundpreis 12,50 €/Monat

Erdgasvergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt mit 2 Personen und einem Jahresverbrauch von ca. 15.000 kWh Erdgas  bezahlt nun bei den Gemeindewerken Peißenberg als Neukunde 19,20 Cent/kWh kWh + Grundpreis 13,00 €/Monat. Bestandkunden zahlen nach wie vor 8,20 Cent/kWh kWh + Grundpreis 13,00 €/Monat.

Anpassung der Wasser- und Abwassergebühren 2001 – 2025

Anpassung der Wasser- und Abwassergebühren 2021 - 2025

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Nachdem bereits zum 01.01.2018 die Schmutzwassergebühren gesenkt werden konnten, ergibt die neueste Gebührenkalkulation für die kommenden vier Jahre (ab 01.01.2022 bis 31.12.2025) eine erneute Absenkung in diesem Bereich. Der neue Gebührensatz reduziert sich von derzeit 2,64 € brutto pro m³ um 0,07 € brutto auf 2,57 € brutto pro m³ Schmutzwasser. Auch Grundstücksbesitzer werden bei den Abwassergebühren entlastet – nämlich bei der Niederschlagswassergebühr. Diese kann von aktuell 0,72 € brutto pro m² um 0,10 € brutto auf 0,62 € brutto pro m² gebührenpflichtiger Fläche gesenkt werden.

Die öffentliche Entwässerungseinrichtung ist gemäß den Vorschriften des Kommunalabgabegesetzes (KAG) kostenneutral zu betreiben. Dabei sind die im vergangenen vierjährigen Kalkulationszeitraum (2018-2021) angefallenen Über- und Unterdeckungen im folgenden Zeitraum auszugleichen. Diese Tatsache sowie weitere Faktoren, wie etwa Betriebskosten und Abschreibungs- und Verzinsungsbeträge führen zu dieser Absenkung im Abwassersektor.

Anders sieht das Kalkulationsergebnis bei der Frischwasserversorgung aus. Aufgrund der oben genannten gesetzlich vorgeschriebenen kostendeckenden Betreibung der öffentlichen Wasserversorgungseinrichtung, ist es erforderlich, die Wasserverbrauchsgebühren sowie die dazugehörigen Grundgebühren (Wasserzähler) erneut anzuheben. Dies liegt an den steigenden Betriebskosten sowie am notwendigen Ausgleich von Unterdeckungen aus dem vergangenen Kalkulationszeitraum 2018-2021. Außerdem wurde in großem Umfang in die Infrastruktur investiert, deren Kosten komplett auf die Gebühren umgelegt werden. Auf eine Finanzierung mit Sonderbaubeiträgen wird hier bewusst verzichtet, da diese nur Grundstückseigentümer treffen würde und nicht den tatsächlichen Verbraucher.

Neben der Investition zur Sanierung der Versorgungsleitung zur Paterzeller-Trinkwasserquelle im Zuge des Neubaus der Kreisstraße WM 29 wird derzeit noch am neuen in Edelstahl ausgeführten Hochbehälter gebaut. Dieser wird rd. zwei Millionen Euro kosten und nächstes Jahr in Betrieb gehen und den alten Hochbehälter nach mehr als 50 Betriebsjahren ersetzen.

Die Wasserverbrauchsgebühr erhöht sich daher von 1,66 € netto (1,78 € brutto) pro m³ um 0,54 € netto (0,58 € brutto) auf 2,20 € netto (2,35 € brutto) pro m³ Wasserverbrauch. Die jährliche Grundgebühr für den normalen Hauszähler steigt von 69,00 € netto (73,83 € brutto) um 10,00 € netto (10,70 € brutto) auf 79,00 € netto (84,53 € brutto).

Dazu eine Beispielrechnung für einen 4-Personenhaushalt mit etwa 140 m³ Wasserverbrauch und Schmutzwassereinleitung:

Wasser-Mehrkosten in Höhe von +75,60 € netto/Jahr bzw. +6,30 € netto/Monat für die Verbrauchsgebühr und +0,83 € netto/Monat für die Grundgebühr = gesamt Mehrkosten: +7,13 € netto/Monat; zzgl. 7% MwSt = +7,63 € brutto/Monat.

Gleichzeitig: Schmutzwasser-Minderkosten in Höhe von -9,80 € brutto/Jahr bzw. rd. -0,82 € brutto/Monat. Insgesamt ergibt sich hier eine Mehrbelastung von +6,81 brutto/Monat.

Eine zusätzliche Entlastung erfolgt, wenn auf einem Grundstück die Niederschlagsgebühr anfällt.

Änderungen auch für Bauherren / Grundstückseigentümer und Antworten

Neben den Verbrauchs- und Grundgebühren wurden auch die Beitragssätze für die öffentliche Wasserversorgungs- und Entwässerungseinrichtung neu berechnet. Die Beitragssätze für die Wasserversorgung wurden zuletzt 2018 neu festgesetzt. Die für die Entwässerungseinrichtung zuletzt 2014. Die Beitragssätze unterliegen nicht dem Vier-Jahres-Kalkulationsturnus und können daher auch über einen längeren Zeitraum unverändert beibehalten werden.

Die neuen Beitragssätze betreffen aktuelle und künftige Bauherren/Grundstückseigentümer mit z.B. einem Neubau- Umbau- oder Anbauvorhaben, welches ab dem 01.01.2022 fertig gestellt wird (ausschlaggebend ist das Fertigstellungsdatum/die Nutzungsaufnahme, nicht der Baubeginn!). Die neuen anzuwendenden Beitragssätze betragen…

…für die Wasserversorgungseinrichtung:

Grundstücksflächenbeitrag pro m²
bisher/nettobisher/bruttoneu/netto neu/brutto
1,23 €1,32 €0,88 €0,94 €
Geschossflächenbeitrag pro m²
bisher/nettobisher/bruttoneu/netto neu/brutto
4,28 €4,58 €2,98 €3,19 €

…für die Entwässerungseinrichtung:

Grundstücksflächenbeitrag pro m²
bisher/bruttoneu/brutto
3,46 €3,70 €
Geschossflächenbeitrag pro m²
bisher/bruttoneu/brutto
13,52 €15,82 €

Neue Trikots für Handballdamen

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Für den BSC Oberhausen e.V. haben die Gemeindewerke Peißenberg KU neue Trikots für die Handballdamen gesponsert. Alexandra Vincenzi (Abteilungsleiterin) und dessen Mannschaft bedanken sich herzlich bei Tobias Heiß (Gemeindewerke).

25.000 Euro Preisgeld für energieautarke Kläranlage

25.000 Euro Preisgeld für energieautarke Kläranlage

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Peißenberg gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2021“. Die Auszeichnung wurde für die Kläranlage im Markt Peißenberg vergeben, die durch viele verschiedene Maßnahmen erhebliche Mengen Energie einspart und zugleich selbst als klimafreundliche Energiequelle dient. Im Ergebnis kann die Kläranlage ihren Strom zu über 70 % und ihre Wärme zu 100 % klimaneutral selbst erzeugen. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik.

Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Der Gewinn ist mit 25.000 Euro Preisgeld dotiert, das wieder in Klimaprojekte zu investieren ist. Bürgermeister Frank Zellner freute sich sehr über die Auszeichnung und kündigte an, wie das Preisgeld genutzt werden soll: „Wir werden mit dem Preisgeld ein neu zu errichtendes Heizhaus teilfinanzieren. Dieses Heizhaus wird in Zukunft ein Neubaugebiet mit 150 Wohneinheiten durch 100 % erneuerbare Wärme versorgen. Der Betriebsstrom für diese Anlage wird mit einer Photovoltaikanlage unterstützt. Zusätzlich soll auch noch ein Akku in die Anlage integriert werden. Dieser könnte dann den Eigenverbrauchsgrad des Photovoltaikstroms steigern.“

Die Kläranlage als Energieerzeuger

Die Marktgemeinde zeigt mit ihrem Projekt „Energieautarke Kläranlage“, welche enormen Energieeinsparpotenziale in Klärwerken bestehen und wie sie genutzt werden können. Die bisher umgesetzten Maßnahmen bewirken in Peißenberg bereits eine CO2-Einsparung von über 180 Tonnen pro Jahr und tragen damit maßgeblich zum Klimaschutz vor Ort bei.

Bereits 2007 hat sich die Gemeinde das Ziel gesetzt, ihre 1972 erbaute Kläranlage energieautark zu betreiben, das heißt, die Abwässer mit geringem Energieaufwand zu klären und die Anlage selbst zur Erzeugung von Energie zu nutzen. Seitdem werden kontinuierlich klimaschonende Maßnahmen umgesetzt. So wurde die Anlage durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erweitert, das aus dem bei der Klärschlammfaulung entstehenden Biogas Energie gewinnt. Mit der Abwärme des BHKW wird ein nahgelegenes Mehrfamilienhaus mitversorgt und mit dem Strom das Elektro-Dienstfahrzeug der Kläranlage über eine Wallbox aufgeladen.

Neben dieser Form der Energiegewinnung, die in Deutschland inzwischen Standard ist, überzeugen die Peißenberger jedoch insbesondere mit der Umsetzung von vielen innovativen Ideen, die erheblich zum Klimaschutz beitragen. Zur Beheizung eines Werkstatt- und Chemikaliengebäudes wird zum Beispiel die Abwärme von Drehkolbenkompressoren genutzt, wodurch eine Ölheizung ersetzt werden konnte. Auch für die Kompressoren selbst, die Druckluft für die Belebungsbecken erzeugen und die größten Energieverbraucher einer Kläranlage sind, hat sich die Gemeinde etwas einfallen lassen. Um ihren Energieverbrauch zu minimieren, wird die Zuluft über einen unterirdischen Erdkanal vorgekühlt. Zusammen mit der Abwärme-Nutzung und dem Einsatz eines hocheffektiven Rühr- und Belüftungssystems, das alleine 25 % Energie einspart, wird so eine hohe Energieeffizienz erreicht.

Enormes Energieeinsparpotenzial

Ein weiterer Punkt, um die Energieausbeute im Peißenberger Klärwerk zu erhöhen, ist das Thema Co-Vergärung. Dabei werden den Fäkalien Bio-Abfallprodukte beigemischt, zum Beispiel Fette aus Fettabscheidern oder der Ausstoß aus einer Molkerei. Für die Mikroorganismen, die das wertvolle Methangas erzeugen, sind diese „Abfälle“ eine zusätzliche Nahrungsquelle. Dadurch steigert sich die Gasproduktion und es können mehr Strom und Wärme erzeugt werden.

Die Peißenberger Kläranlage kann bereits über 70 % ihres Strombedarfs und 100 % ihres Wärmebedarfs mit nachhaltiger, selbst erzeugter Energie decken. Weitere Schritte sind geplant, um die Kläranlage vollständig energieautark zu betreiben.

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 81 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Der Markt Peißenberg hat sich mit dem Projekt „Energieautarke Kläranlage“ in der Kategorie „Ressourcen- und Energieeffizienz“ beworben. In dieser Kategorie gab es 21 Bewerbungen, aus denen drei Gewinnerprojekt ausgewählt wurden. Weitere Informationen zum Wettbewerb  und zum ausgezeichneten Projekt unter: www.klimaschutz.de/wettbewerb2021

Entlastung durch neue Kooperationen

Ein Lichtblick: Der geplante Anschluss der Hohenpeißenberger Abwasserkanalisation an die Peißenberger Kläranlage könnte die Gebührensteigerung zumindest im Abwasserbereich abfedern. Die Kosten würden dadurch auf eine größere Nutzerbasis verteilt.

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Unterstützung für bedürftige des Gabentisches

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Durch die Unterstützung konnten Bedürftige das Freibad Rigi Rutsch‘n kostenlos in der Sommer-Saison nutzen. Seit 2006 arbeitet der Peißenberger Gabentisch nach den Grundsätzen der Tafelbewegung, um für Bedürftige Menschen – alte und junge, alleinstehende und Familien – da zu sein.

Rudolf Fischer (Geschäftsführer der Tafel) und Ingrid Haberl (Vorstand der Gemeindewerke Peißenberg KU).

Hohenpeißenberg soll an die Peißenberger Kläranlage angeschlossen werden

Hohenpeißenberg soll an die Peißenberger Kläranlage angeschlossen werden

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Eine richtungsweisende Grundsatzentscheidung haben die Gemeinden Peißenberg und Hohenpeißenberg jüngst getroffen: Hohenpeißenberg soll an die Peißenberger Kläranlage angeschlossen werden. Diese Entscheidung wird von allen Seiten begrüßt.

„Wir berichten heute über die Entscheidung, der Gemeinden Hohenpeißenberg und Peißenberg, des Verwaltungsrates der Gemeindewerke zum Anschluss Hohenpeißenbergs an die Kläranlage Peißenberg“, sagte die Vorständin der Gemeindewerke Peißenberg, Ingrid Haberl, beim Pressetermin auf dem Gelände der Kläranlage Peißenberg, bei dem die geplante Zusammenarbeit der beiden Kommunen in Sachen „Abwasser“ bekannt gegeben wurde.

Die Idee sei vor etwa zwei Jahren entstanden, nachdem klar war, dass Hohenpeißenberg sein Abwasser auf lange Sicht nicht weiter in den Eierbach leiten können wird. In den vergangenen zwei Jahren wurden viele Untersuchungen gemacht, viele Behörden zurate gezogen, viele Sachverständige gehört und alle seien zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei diesem Anschluss um eine klassische WinWin-Situation handele, sagte der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch, der wie sein Peißenberger Kollege, Frank Zellner und der Leiter der Peißenberger Kläranlage, Stefan Sedlmeier zum Pressetermin gekommen war. In den vergangenen Wochen haben sich nun auch die jeweiligen Gemeinderäte mit dem Thema befasst. Und auch von deren Seite gab es bislang einstimmige Voten für den Anschluss der Gemeinde Hohenpeißenberg an die Kläranlage Peißenberg.

Hohenpeißenberg besitzt eine eigene Kläranlage, die auch künftig erhalten bleiben soll, um die groben Sachen aus dem Abwasser zu filtern. Bislang wird das geklärte Wasser in den Eierbach geleitet. Weil sich die wasserrechtlichen Bestimmungen und das ökologische Verständnis geändert haben, hat das Wasserwirtschaftsamt vor ein paar Jahren Alarm geschlagen und darauf gepocht, dass sich Hohenpeißenberg eine andere Lösung für das Abwasser sucht. Der Bach führt selber zu wenig Wasser als dass er das Gewässer bleiben könnte, in das die Kläranlage das gesamte Abwasser einleitet. „Sie haben unseren Vorfluter nicht mehr genehmigt“, sagte Dorsch.

Eine andere Lösung musste gefunden werden. Zunächst war geplant, einen Kanal zur Ammer zu bauen, um dort das aus der Kläranlage kommende Hohenpeißenberger Abwasser einzuleiten. Doch diese Lösung stellte sich als kompliziert heraus. Mit einem Kanal wäre es nicht getan gewesen, die Gemeinde hätte eine Versickerungsanlage bauen müssen. Zudem wäre es nötig gewesen, die Kläranlage, die aus den 80er Jahren stammt, zu erneuern. Es wäre nach den ersten Untersuchungen Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro auf die Gemeinde Hohenpeißenberg zugekommen, um die Kläranlage erstmal weiter betreiben zu dürfen, erläuterte Dorsch bei dem Pressegespräch: Diese Lösung wäre aber nicht zukunftssicher gewesen.“

„Da ist die Idee entstanden, ob nicht eine Zusammenarbeit mit Peißenberg sinnvoller wäre“, so Dorsch. Auch auf Seiten der Marktgemeinde seien die Verantwortlichen offen für diesen Weg gewesen. Nach ersten Untersuchungen kostet der Anschluss an die Kläranlage Peißenberg ebenfalls rund 2,5 Millionen Euro, wobei diese Lösung wohl mit 600.000 Euro gefördert wird.

Die Bürger in Hohenpeißenberg hätten also ohnehin mehr fürs Abwasser zahlen müssen, weil auf jeden Fall Investitionen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro nötig sind – ob Hohenpeißenberg jetzt in Sachen „Kläranlage“ eigenständig bleibt oder mit Peißenberg zusammenarbeitet. Für die Peißenberger wirke sich die Kooperation beim Abwasser, wenn überhaupt, dann positiv auf die Gebühren aus, weil die Betriebskosten auf mehr Schultern verteilt würden, hieß es bei dem Pressegespräch. Als ein „Glücksfall für beide Kommunen“ sei die Zusammenarbeit im Hohenpeißenberger Gemeinderat bezeichnet worden, sagte Dorsch.

Ob der Anschluss der Kläranlage Hohenpeißenbergs an Peißenberg überhaupt möglich ist, wird sich nun herausstellen. Es könne immer sein, dass bei genauerer Untersuchung klar werde, dass es unüberwindbare Probleme gebe, sagte Dorsch. Auf beide Kommunen, insbesondere aber auf die Gemeinde Hohenpeißenberg kämen jetzt große Aufgaben zu: Es müsse ein sauberer Vertrag ausgehandelt, mit Grundstückseigentümern verhandelt und ein Kanal geplant werden. Bis es so weit sei, dass das erste Hohenpeißenberger Abwasser in Peißenberg geklärt werde, könne es noch Jahre dauern. „Beide Seiten haben ,Ja’ gesagt, aber wir sind erst am Startpunkt der Zusammenarbeit“, sagte Dorsch.

Mit einem symbolischen Knopfdruck auf dem Gelände der Kläranlage Peißenberg haben (von links) Stefan Sedlmeier, Thomas Dorsch, Frank Zellner und Ingrid Haberl ihre Zusammenarbeit begonnen.

In Peißenberg hat man nicht lange überlegt, ob man die Nachbargemeinde Hohenpeißenberg an die im Ammerweg im Ortsteil Scheithauf gelegene Kläranlage anschließen lässt. Sowohl im Verwaltungsrat der Gemeindewerke als auch im Marktrat wurde schnell grünes Licht gegeben, als klar war, dass die Kläranlage über die entsprechenden Aufnahmekapazitäten verfügt. Durch den Hohenpeißenberger Anschluss, so hieß es beim Pressegespräch, werde in Peißenberg die städtebauliche Entwicklung für mögliche Wohnbau- und Gewerbe-projekte keineswegs ausgebremst. „Es gibt keine Beschränkung für ein Wachstum“, versicherte Frank Zellner. Der Gemeinderat habe die Pläne „sehr positiv aufgenommen“ und schnell den „Benefit für den Bürger“ erkannt.

Stefan Sedlmeier betonte, dass die 2007 umgebaute Kläranlage damals nicht etwa luxussaniert und zu groß dimensioniert worden sei. Der behördliche Bemessungsmaßstab für Kläranlagen habe sich nur geändert – mit der Folge, dass die Reservekapazitäten des Peißenberger Klärwerks weitaus höher liegen: „Wir können Hohenpeißenberg locker mitübernehmen“, so Sedlmeier – und: „Wir sind eine der besten Kläranlagen in der Region.“ Soll heißen: Die Qualität der Klärung für das Hohenpeißenberger Abwasser wird sich verbessern. „Das Ganze hat also auch einen riesigen Umweltaspekt“, so Sedlmeier.

Und die Gemeindewerke können ihre Kläranlage laut Ingrid Haberl jetzt „noch wirtschaftlicher und effizienter betreiben“: „Wir werden die gleichen Betriebskosten haben, aber wir schleusen höhere Mengen durch. Die Gebühr für die Peißenberger Gebührenzahler wird pro Kubikmeter sinken. “Um den Anschluss an die Kläranlage zu bewerkstelligen, muss eine Kanalleitung den Hohen Peißenberg hinunter  verlegt werden – und zwar überwiegend entlang von bestehenden Forstwegen südlich von Hohenwart. Der Übergabepunkt soll ungefähr im Bereich des Peißenberger Ortsteils „Obere Au“ liegen. „Wir holen das Abwasser nicht, die Hohenpeißenberger bringen es“, erklärte Haberls beim Pressegespräch schmunzelnd.

Bericht: Kathrin Hauser, Bernhard Jepsen
Presse: Weilheimer Tagblatt

Verschönerung des Ortsbildes durch Graffitikunst!

Verschönerung des Ortsbildes durch Graffitikunst!

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Mit Ideenreichtum und Kreativität gehen die Gemeindewerke gegen das Problem der teilweise sehr unansehnlichen, laienhaft bekritzelten oder besprühten Trafostationen in Peißenberg an, die für das Ortsbild nicht unbedingt förderlich sind.

Dafür wurden drei Möglichkeiten in Betracht gezogen. Die einfachste Möglichkeit wäre, die entsprechenden Gebäude neu zu streichen und mit einem Antihaftgrund zu versehen. Aber gerade frisch gestrichene Gebäude sind für die Sprayer wieder besonders interessant, so die Befürchtung.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Fassadenbegrünung. Diese würde, bei zugewachsenen Wänden, das Sprühen verhindern oder zumindest sehr erschweren. Leider fällt diese Möglichkeit aber aufgrund der Gegebenheiten aus: Wurzeln würden Kabel und Rohre im Erdinneren beschädigen.

Die dritte, aus Sicht der Gemeindewerke effektivste Methode,  ist nunmehr der Schutz der Trafostationen durch professionelles Graffiti. Graffiti als Graffiti-Schutz sozusagen. Das hört sich natürlich erst mal seltsam an. Aber: Ein Graffito oder eine bunte Fassade kann durchaus ein wirkungsvoller Graffiti-Schutz sein. Auf bunten Wänden sprühen Sprayer nämlich meist nicht gern, denn dort wirkt ein sogenannter “Tag“ (territoriale Markierung) weit weniger eindrucksvoll als auf einer weißen oder einfarbigen Oberfläche. Ähnliches gilt für Wände, die mit schönen Graffiti von Profi-Künstlern besprüht sind. Denn vor diesen haben andere Sprayer oft Respekt und wollen das Werk nicht durch die eigene Arbeit „verunstalten“.

Geplant ist, auch in Absprache mit dem Markt Peißenberg, zunächst 13 Trafo- und Pumpstationen mit unterschiedlichen Motiven gestalten zu lassen. Gewünscht ist ein Bezug zur Gemeinde Peißenberg oder zu den Gemeindewerken sowie zu den Themen sauberer Strom, sauberes Wasser, Natur und Fantasie. In einem Fall wird auch die dreidimensionale Illusion eines offenen Trafohauses geschaffen werden.

11 dieser 13 Stationen wird der Graffiti-Künstler Patrick Bastian aus Augsburg gestalten,  Uli Mansfeld, der bei den Gemeindewerken Peißenberg  für das Engagement-Projekt  „www.gwp-ichbindabei.de“ zuständig ist, hat den Künstler bei seiner  Recherche im Internet entdeckt.  Drei weitere Stationen wollen die Gemeindewerke, wenn es die Corona-Situation wieder zulässt, als Jugendprojekte organisieren. Hierbei sollen Jugendliche unter Anleitung „ihre“ Stationen weitgehend selbst gestalten und besprühen können.

Patrick Bastian (l.) und Ulrich Mansfeld zeigen die erste gesprühte Station in der Wilhelm-Röntgen-Straße in Peißenberg.
Der Künstler - Patrick Bastian

Dass er Maler, Grafikdesigner oder Künstler werden will – vielleicht sogar werden muss –, das wusste Patrick Bastian schon immer: „Seit ich einen Stift halten konnte, habe ich gemalt.“ Auch das nötige Talent  habe er mitgebracht. „Es war eigentlich klar, es geht in Richtung Kunst für mich.“ Dennoch hat er seinen Beruf nie im klassischen Sinne gelernt.

Als er sich damals nach dem Quali für eine Ausbildung im künstlerischen Bereich bewarb, bekam er nämlich nur Absagen: „Die wollten alle einen Azubi mit Mittlerer Reife“, sagt Bastian, der mit Künstlernamen „Lachs“ heißt. Also wurde er erst Landschaftsgärtner. Das ging auch mit Mittelschulabschluss. „Danach hatte ich die Schnauze voll. Ich dachte mir, ich versuche es einfach“, erzählt der 33-Jährige. Im Jahr 2010 habe er den Schritt in ein Leben als freischaffender Künstler gewagt. Seitdem gestaltet er Räume, Objekte, Fahrzeuge und Leinwände, Fassaden, Wände und – wie in Peißenberg – ganze Gebäude. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, alle Motive möglich.

Bastian malt Comics und Bilder so realistisch, als seien sie Fotos. Inzwischen hat er sich besonders der Illusionsmalerei zugewendet, die insbesondere aus der Decken- und Fassadenmalerei des Barocks bekannt ist. Dabei wird der Raum illusorisch erweitert. Die Gemälde werden zum großen Teil gesprayt, dennoch sei Graffiti nicht die richtige Bezeichnung für seine Kunst, sagt Bastian: „Graffiti findet illegal statt.“ Künstler wie er, die vom Sprayen leben, seien aber legal unterwegs. „Von Graffiti ist bloß noch die Spraydose übrig.“ Was er unter anderem in Peißenberg bei den Wandgemälden gemacht habe, sei wie Lüftlmalerei – moderne Lüftlmalerei.

„Am Anfang war es ein steiniger Weg“, sagt Bastian über den Beginn seiner Selbständigkeit. Als Autodidakt und freischaffender Art-Design-Künstler habe er nur wenige Aufträge bekommen. In manchen Jahren sei er gerade so über die Runden gekommen. Dennoch habe er nie bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben: „Es war die richtige Entscheidung. Wenn es läuft, bin ich der glücklichste Mensch.“ Er sei sein eigener Chef, könne sich in seiner Kunst verwirklichen und die Arbeit mache ihm Freude – wenn er auch immer wieder an seinem eigenen Anspruch leidet: „Ich bin Perfektionist und sehr selten zufrieden mit meiner Arbeit.“ Das sei einerseits ein Fluch, weil er eigentlich immer länger für ein Gemälde benötige, als er veranschlagt habe, andererseits ein Segen, weil er so nie aufhöre, dazuzulernen und noch besser zu werden. „Die Selbstkritik bringt einen weiter, sie sorgt aber auch dafür, dass man sich nie so richtig an seiner Arbeit erfreuen kann.“ Seinem Perfektionismus habe er es allerdings auch irgendwie zu verdanken, dass er den Auftrag der Peißenberger Gemeindewerke erhielt, die zehn Trafohäuschen zu gestalten.

Ulrich Mansfeld, der bei den Gemeindewerken arbeitet, sei eine von ihm gesprayte Wand in Augsburg aufgefallen und als das Peißenberger Kommunalunternehmen einen Künstler gesucht habe, hätten man ihn ausfindig gemacht und ihm schließlich den Auftrag erteilt. Die Arbeit in Peißenberg hat Bastian ein gutes Jahr beschert. Weil es ein großer Auftrag war und die Zusammenarbeit mit den Gemeindewerken so gut lief: „Die haben mir nie Druck gemacht, sondern gesagt, es ist fertig, wenn es fertig ist.“ Genug Zeit zu haben, sei für ihn als Künstler total wichtig. „Das ist befreiend und super für die Arbeit“, sagt Bastian: „Zeitdruck ist Gift für die Kunst.“ Offensichtlich hat es sich gelohnt, dem Augsburger die Zeit zu geben, die er für die Gestaltung der zehn Trafohäuschen benötigte: Es sind Kunstwerke geworden, für die Bastian schon viel Lob und Dank geerntet hat. „Das war derart positiv, das hätte ich nicht gedacht.“ Es sei schon im Sommer damit losgegangen, dass ihn viele Peißenberger angesprochen und seine Arbeit gelobt haben, wenn er an irgendeiner Straße stand und Trafohäuschen bemalte. „Leute haben mir zu Trinken gebracht, als es heiß war. Ich bin total begeistert von Peißenberg und den Peißenbergern“, sagt der Künstler.

Seine Gemälde in der Marktgemeinde gefallen wohl auch den Betrachtern, denn es haben sich schon einige Folgeaufträge ergeben, wie Bastian erzählt. Firmen wie Privatleute hätten ihm Aufträge erteilt. So dass er auch in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder in der Marktgemeinde sein und arbeiten wird. „Dass es so viel Bestätigung gab, freut mich“, sagt der Künstler: „Schließlich sehen die Leute die Bilder über Jahre. Es ist so eine Art Freiluftgalerie.“

Bericht: Weilheimer Tagblatt
Redaktion: Kathrin Hauser

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