Die Kläranlage Peißenberg hat ihr nächstes Zeichen gesetzt

Die Kläranlage Peißenberg hat ihr nächstes Zeichen gesetzt

In der Kläranlage wird das Ziel verfolgt, jede Energie, die zum Betrieb notwendig ist, selbst zu erzeugen.

In Bezug auf die Wärmeversorgung ist das Ziel der sogenannten Autarkie bereits seit 2007 erreicht worden. Seitdem werden keinerlei externe Brennstoffe mehr benötigt, um den großen Wärmebedarf der Anlage zu decken.

Der benötigte Strom für die Kläranlage wird zu 45 % aus eigener Erzeugung generiert. Um diese Erzeugungsquote noch zu steigern, werden mittlerweile „abwasserähnliche Inhaltsstoffe“ aus einer Molkerei zur Energieerzeugung angenommen. Durch diese sogenannte Co-Vergärung kann zusätzlich ein weiterer Anteil an Strom und Wärme erzeugt werden. Die dadurch produzierte Wärme wird auch für ein angrenzendes Wohnhaus genutzt, um dieses mit sogenannter „Nahwärme“ zu versorgen. Mit diesem Schritt konnte die Eigenstromerzeugung noch einmal um ca. 10 -15 % gesteigert werden.

Zum größten Stromfresser einer Abwasserreinigungsanlage gehört die Drucklufterzeugung, die benötigt wird, um den Mikroorganismen in den Belebungsbecken Luft für ihre Arbeit zur Verfügung zu stellen. Hierzu müssen große Mengen Luft in die Belebungsbecken in ca. 5 Meter Wassertiefe eingepresst werden.

Um gerade in diesem Bereich Stromeinsparungen zu erzielen, wird aktuell auf ein sehr energieeffizientes Rühr- und Belüftungssystem in den Becken umgestellt. Nach dem Leeren der Becken werden die 13 Jahre alten Rühr- und Belüftungssysteme ausgebaut, stofflich getrennt und verschrottet. Im nächsten Schritt werden die neuen Belüftermatten eingebaut und effizientere Rührwerke montiert.

Während des Umbaus müssen alle gesetzlich vorgeschriebenen Parameter zum Einleiten von gereinigtem Abwasser in die Ammer eingehalten werden.
Die Arbeiten für die Modernisierung sind Mitte Mai gestartet und sollen Ende Juli abgeschlossen sein. Sämtliche Reinigungs- und Demontagearbeiten werden vom Betriebspersonal der Kläranlage in Eigenleistung ausgeführt, wodurch einige Kosten eingespart werden konnten.

Ein Dank gilt auch dem Bauhof vom Markt Peißenberg, der durch die Leihgabe des Kran-Lkws inkl. Mitarbeiter und dem Radlader beim Demontieren der Rührwerke eine große Unterstützung war.

– Demontage des Rückwerks im Klärbecken durch die Mitarbeiter vom Bauhof Markt Peißenberg.
– Reinigung und Demontage der bisherigen Drucklufterzeugungsplatten.
– Die neuen Drucklufterzeugungsplatten des Rückwerks im 5 Meter tiefen Klärbecken.

Medikamente im Abwassernetz

Medikamente im Abwassernetz

Häufig werden abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamentenreste über Toilette und Ausguss entsorgt, obwohl die Entsorgung über das Abwassersystem verboten ist.

In der Kläranlage können diese Stoffe nicht oder nur teilweise abgebaut werden. Somit gelangen diese Stoffe in die Ammer, wo sie Lebewesen wie Fische und Mikroorganismen beeinflussen oder sogar dauerhaft schädigen. Um die Gewässer und deren Lebewesen sowie unsere Umwelt zu schützen, müssen Medikamente (Tabletten in ihren Blistern, ebenso Cremes und  flüssige Arzneimittel in der Flasche oder Ampullen) gesondert entsorgt werden.

Wo können Medikamentenreste KOSTENLOS entsorgt werden?

  • Wertstoffhof Peißenberg: Anlieferung zu den Öffnungszeiten
  • Giftmobil (wenn vor Ort in Peißenberg)
  • Apotheken in Peißenberg:
    Bahnhof-Apotheke, Hauptstraße 91
    Sonnen-Apotheke, Sonnenstraße 30
    St. Ulrich Apotheke, Hauptstraße 116

Die Apotheken sind nicht verpflichtet Medikamente zurückzunehmen, aber als Serviceleistung werden die Altmedikamente gerne angenommen. Bitte diese nur in Kleinmengen bei den Apotheken abgeben.

Nicht im Restmüll entsorgen
Unser Restmüll im Landkreis Weilheim-Schongau wird nach Sortierung deponiert und nicht verbrannt. Das daraus entstehende Sickerwasser wird in die Kläranlage eingeleitet, d. h. auch die Restmülltonne ist keine Alternative für die Entsorgung.

Arzneimittel dürfen nicht an Bedürftige gespendet werden.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Webseite www.arzneimittelentsorgung.de.

Viele Einwohner in Peißenberg wissen nicht, wie sie ihre Medikamente entsorgen sollen und kippen diese dann einfach in die Toilette, in den Ausguss oder in die Restmülltone. Doch das ist verboten!

Regenüberlaufbecken – Was steckt dahinter?

Regenüberlaufbecken – Was steckt dahinter?

Die Gemeindewerke Peißenberg KU betreiben insgesamt drei Regenüberlaufbecken (RÜB‘s) im Ortsgebiet: Das RÜB 1 bei der Kläranlage mit 2.000 m³ Volumen, das RÜB 2 an der Bachstraße mit 450 m³ und das RÜB 5 am Ortsende Richtung Oderding mit 1.400 m³ Volumen.

Im Zusammenhang mit der Hochwassersituation in der Bachstraße wird auch immer wieder das RÜB 2 angesprochen. Zur Historie dieses Beckens: An dieser Stelle war schon seit Bau der Kanalisation ein sogenannter Regenüberlauf (RÜ) ohne Speichervolumen. Dieser war ein Entlastungsbauwerk, das bei jedem etwas stärkeren Regen Abwasser in den Wörthersbach ungereinigt abgeschlagen hat. Durch diese sehr häufigen Entlastungen wurde vom Gesetzgeber gefordert, an dieser Stelle ein RÜB zu bauen. Seit 2010 ist dieses modernst ausgestattete Becken in Betrieb.

Warum braucht man ein Regenüberlaufbecken?
Ein Regenüberlaufbecken ist ein sog. Entlastungsbauwerk für die Mischwasserkanalisation und ist vor allem bei Starkregen eine wichtige Hilfe. In der Kläranlage können an einem Tag nur gewisse Wassermengen gereinigt werden, was obendrein noch durch gesetzliche Vorgaben geregelt ist. Würde es keine Regenüberlaufbecken geben, müssten die überschüssigen Wassermengen ungereinigt in die öffentlichen Gewässer abgeschlagen werden. Deshalb werden im Kanalsystem RÜB’s eingebaut, die das Wasser vor dem Einleiten in die Bäche mechanisch reinigen.

Wie funktioniert ein Regenüberlaufbecken?
Der erste starkverschmutzte Spülstoß wird in den Becken aufgefangen und zwischengespeichert. Nach Ende der Regenschauer wird das aufgefangene Niederschlagswasser kontrolliert zur Kläranlage für die Reinigung abgeleitet.

Hält ein Regenschauer über einen längeren Zeitraum an, werden Schmutzstoffe wie Müll oder Fäkalien in den Becken weiterhin durch Absetzen zurückgehalten. Das restliche stark verdünnte Abwasser wird durch eine Feinsiebrechenanlage – deren Langlöcher eine sog. Spaltweite von 5 mm x 25 mm messen– geleitet. Hierbei wird das Abwasser weiter von kleineren schwebenden Verschmutzungen befreit. Erst nach diesem Vorgang wird es in den Bach weitergegeben. Um die Durchlassfähigkeit des Rechensiebs zu gewährleisten, laufen während des Prozesses dauerhaft zwei Reinigungsbürsten, die die am Rechen zurückgehaltenen Verschmutzungen zurück ins RÜB geben.

Wie sieht ein Regenüberlaufbecken von innen aus?
Mit den beigefügten Fotos möchten wir auch einen optischen Eindruck von den Regenüberlaufanlagen vermitteln.

Das RÜB 2 mit einem Rohrdurchmesser von 2,3 Meter. Das Foto ist bei Trockenwetter entstanden und zeigt die reine Menge des Abwassers, welches durch das Becken läuft. Bei Regenwetter bleibt diese gleich! Das restliche Volumen steht für das Regenwasser zur Verfügung. Hiermit erklärt sich auch, dass das Abwasser extrem stark verdünnt wird, bevor es durch die Rechenanlage in den Bach ausgeleitet wird.