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Blackout - Stromnetz

Wie sicher ist die Stromversorgung im Winter 2022/2023?

Das deutsche Stromnetz gehört zu den zuverlässigsten weltweit – dafür sorgen Netzbetreiber wie wir. Sie ergreifen alle notwendigen Maßnahmen, um das Netz sicher und stabil zu halten. Für den Winter 2022/2023 ist die Versorgungslage aufgrund verschiedener Faktoren angespannt. Die Übertragungsnetzbetreiber (für unser Versorgungsgebiet: Amprion) können daher nicht ganz ausschließen, dass es als letzte Maßnahme auch zu kontrollierten, zeitlich begrenzten Stromabschaltungen kommen könnte. Experten sprechen von einem „Lastabwurf“. Wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommt dieser zum Einsatz, um Schäden im Netz und größere/unkontrollierte Ausfälle zu vermeiden.

Droht ein Blackout?

AKTUELLE INFORMATIONEN ZU LASTABSCHALTUNGEN

Falls kontrollierte Lastabschaltungen notwendig werden sollten, richten wir hier und auf der Startseite einen Update-Bereich ein und informieren zusätzlich via Facebook und Instagram über die Maßnahmen.

Wie sicher ist die Stromversorgung?

Was kann
ich tun?

Wie sicher ist die Stromversorgung?

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Nachfolgend finden Sie Antworten auf Fragen zur Sicherheit der Stromversorgung. Weitere Informationen stehen auch auf der Seite unseres Übertragungsnetzbetreibers Amprion zur Verfügung.

Die Versorgungssicherheit des Stromnetzes ist in Deutschland und Bayern sehr hoch. Die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres (SAIDI) betrug 2021 in Deutschland 12,7 Minuten und in Bayern 12,6 Minuten. Im europäischen Vergleich ist dies eine sehr hohe Versorgungszuverlässigkeit.

Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland haben im Auftrag der Bundesregierung im zweiten Stresstest verschiedene Szenarien zur Sicherheit der Stromversorgung für den Winter 2022/2023 durchgerechnet. Selbst auf Basis des schlechtesten der untersuchten Szenarios ist im Ergebnis nicht mit einem Blackout zu rechnen (ausführliche Informationen). Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in Deutschland für den Winter 2022/2023 zu sogenannten Lastunterdeckungen kommt. Es gäbe dann nicht genug Strom, um den erwarteten Verbrauch – die „Last“ – zu decken.

Ein Blackout ist ein unkontrollierter großflächiger Zusammenbruch des Netzes.
Eine kontrollierte Lastabschaltung hingegen geschieht regional und zeitlich begrenzt.

Netzbetreiber können einen Blackout verhindern, indem sie den Strom kontrolliert abschalten. Dabei werden Unternehmen und Privathaushalte für eine kurze Zeit vom Netz getrennt und dann wieder zugeschaltet. Eine solche kontrollierte Abschaltung ist das letzte Mittel, um einen großflächigen Stromausfall zu verhindern. Es wird nur eingesetzt, wenn alle anderen Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes nicht mehr greifen. Eine kontrollierte Lastabschaltung wird auch als Brownout bezeichnet.

Dann setzen die Übertragungsnetzbetreiber eine Reihe von Instrumenten ein, unter anderem mobilisieren sie Reserven auf dem europäischen Strommarkt. Wenn sie nicht greifen, kann es im schlimmsten Fall zu sogenannten kontrollierten Lastabschaltungen kommen: Übertragungsnetzbetreiber trennen Verbraucher für kurze Zeit vom Netz. Das geschieht „diskriminierungsfrei“.

Die vom Übertragungsnetzbetreiber (für unser Versorgungsgebiet: Amprion) angeordnete Lastabschaltung erfolgt durch das LEW-Verteilnetz, welches übergeordnet für die Gemeindewerke Peißenberg KU und durch nachgelagerte Netzbetreiber für die Netzregion und für nachgelagerte Stadtwerke zuständig ist.

Im Falle einer kontrollierten Lastabschaltung weisen die Übertragungsnetzbetreiber (für unser Versorgungsgebiet: Amprion) die Verteilnetzbetreiber (LEW-Verteilnetz) an, vorübergehend Last in vorgegebener Höhe vom Netz zu nehmen, also kontrolliert abzuschalten.

Die Abschaltung durch die Verteilnetzbetreiber erfolgt ausschließlich nach netztechnischen Gesichtspunkten und diskriminierungsfrei. Das heißt, es wird nicht nach unterschiedlichen Kundengruppen im Netz unterschieden, sondern eine Lastabschaltung würde alle Netzkunden in einem bestimmten Gebiet gleich betreffen. Sie werden von den Verteilnetzbetreibern rollierend durchgeführt, d.h. alle zwei Stunden wechseln die Gebiete, die abgeschaltet werden.

Diese beiden Ereignisse kann man kaum miteinander vergleichen. Ein Blackout würde weite Teile Europas betreffen und über zwölf Stunden andauern – ein Szenario, mit dem auch in der aktuellen Situation niemand rechnet. Stromausfälle hingegen kennen wir alle: Blitzeinschläge und Tiefbauarbeiten können schon mal dafür sorgen, dass der Strom für ein paar Stunden weg ist. Das betrifft dann aber immer nur das lokale Verteilnetz. Die Stromversorgung ist so gebaut, dass die Betreiber solche Probleme schnell beheben können: Die Leitungen sind nämlich redundant. Das heißt, sie können untereinander vernetzt werden, indem man sie gezielt umschaltet. Das deutsche Stromnetz gehört zu den modernsten und sichersten weltweit.

Manchmal müssen Leitungen gezielt abgeschaltet werden – etwa, wenn gerade daran gearbeitet wird. Betroffen ist immer nur das lokale Netz und das auch nur für eine kurze Zeit. Dauert es mal länger, kommen Notstromaggregate zum Einsatz. Mit dem sehr unwahrscheinlichen Fall eines Blackouts, von dem weite Teile Europas betroffen wären, hat das nichts zu tun. Die Übertragungsnetzbetreiber verhindern letztlich einen Blackout, indem sie entscheiden, dass Unternehmen und Privathaushalte für eine kurze Zeit abgeschaltet und dann wieder zugeschaltet werden.

Elektrische Heizgeräte (z.B. Heizlüfter, Radiatoren) sind nicht dafür gemacht, eine Heizung zu ersetzen und sollten daher nur mit Bedacht eingesetzt werden. Aufgrund ihres sehr hohen Strombedarfs und der begrenzten Heizwirkung können sie den Stromverbrauch und damit die Stromrechnung eines Haushalts sehr stark erhöhen. Es kann auch die lokalen Stromnetze überlasten: Schalten beispielsweise an einem kalten Winterabend gleichzeitig viele Haushalte ihre Heizlüfter an, könnte das in den Ortsnetzen lokal zu Engpässen und Stromausfällen kommen, da Sicherungen im Netz auslösen.

Wichtig: Sollte es aufgrund des verstärkten Einsatzes von elektrischen Heizgeräten zu einem lokalen Stromausfall kommen, ist es wichtig, dass die Haushalte die großen Verbraucher wie Heizlüfter und Radiatoren vom Netz nehmen (also Stecker ziehen). Erst dann können die Netzbetreiber die Störung beheben und die Wiederversorgung starten. Wie immer gilt: Eingriffe und Änderungen in der elektrischen Hausinstallation und/oder der Zähleranlage dürfen nur von Fachpersonal durchgeführt werden.

Was kann ich tun,...

Je weniger Strom in angespannten Versorgungssituationen verbraucht wird, desto unwahrscheinlicher werden Lastabschaltungen. Wenn sich alle Verbraucher nur ein wenig einschränken, ergibt das in der Summe eine beachtliche Einsparung. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde hilft und man spart zusätzlich Stromkosten!

Nutzen Sie in angespannten Versorgungssituationen so wenig wie möglich Geräte, die viel Strom verbrauchen. Dazu gehören Heizlüfter, elektrische Boiler und Durchlauferhitzer – alles, was Hitze generiert. Lassen Sie Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner möglichst nicht zwischen 8-13 Uhr und 18-20 Uhr laufen, denn dann ist der allgemeine Verbrauch besonders hoch. Vermeiden Sie – wo immer möglich – unnötigen Energieverbrauch.

Sollte KEINE kontrollierte Stromabschaltung stattfinden:

  1. Überprüfen Sie die Sicherungen
    Bei einem Stromausfall sollten Sie als erstes den Sicherungskasten aufsuchen. Häufig ist eine Überspannung durch beispielsweise eine explodierte Glühbirne oder zu viele angeschlossene Geräte der Grund für den Ausfall. Ist dies nicht der Fall, dann erkundigen Sie sich bei Ihren Nachbarn.
  1. Alle elektronischen Geräte ausschalten

    Schalten Sie alle Elektrogeräte, wie den Herd, Werkzeuge oder das Bügeleisen aus. Wenn der Strom wieder fließt, vermeiden Sie somit gefährliche Materialschäden an den Geräten.

     Schalten Sie zudem den Fernseher und Ihre PC aus oder nehmen Sie sie ganz vom Netzbetrieb. Hier kann es beim Wiederherstellen der Stromversorgung zu Spannungsspitzen kommen, die die empfindlichen Geräte beschädigen könnten.

    Achten Sie darauf, dass der Kühlschrank und die Gefriertruhe geschlossen sind, um Kälteverluste zu vermeiden.

     Lassen Sie eine Lampe oder ein Radio eingeschaltet, damit Sie mitbekommen, wann die Stromversorgung wieder funktioniert.

  1. Stromausfall melden
    Bitte wenden Sie sich bei einem Stromausfall NICHT an Polizei, Feuerwehr oder den Rettungsdienst. Es handelt sich um keinen Notfall!

Sollte eine kontrollierte Stromabschaltung stattfinden:

Eine kontrollierte Stromabschaltung dauert nur wenige Stunden. Achten Sie darauf, dass Akkus an Laptops und Handys stets geladen sind und halten Sie Ersatzakkus oder eine Powerbank bereit.

Detaillierte Hinweise zur Vorbereitung auf längere Stromausfälle finden Sie beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Entscheidend ist, ob Ihre PV-Anlage über einen Wechselrichter verfügt, der „ersatzstromfähig“ ist. Von ihm hängt ab, ob Ihre PV-Anlage im Falle eines Stromausfalls Strom erzeugen und in Ihren Haushalt einspeisen kann.

  • Ist Ihr Wechselrichter „ersatzstromfähig“ muss als zweite Voraussetzung deine Hausanlage im Inselbetrieb vom öffentlichen Stromnetz trennbar sein. Dann können Sie den durch Ihre PV-Anlage erzeugten Strom während eines Stromausfalls nutzen.
  • Ist Ihr Wechselrichter nicht „ersatzstromfähig“ sind Sie vom Stromausfall betroffen. Selbst, wenn Sie einen Batteriespeicher besitzen.
  • Manche Batteriespeicher haben eine Steckdose. Dort können Sie Geräte direkt anstecken. Natürlich nur so lange, bis der Batteriespeicher leer ist.

Bei einem Stromausfall ist der Hausanschluss spannungsfrei, sodass grundsätzlich kein Strom fließen kann.

Solarplatten, Heizpaneele, Wärmestrahler, Generatoren sowie mobile Stromspeicher sind bei einem Stromausfall grundsätzlich nützlich. Zu beachten ist allerdings, dass Notstromaggregate nicht in Wohnungen betrieben werden können. Mobile Stromspeicher aus dem Baumarkt sind relativ teuer. Da ein länger andauernder Stromausfall nach wie vor sehr unwahrscheinlich ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, ob sich die Anschaffung lohnt. Elektrisch betriebene Heizlüfter verursachen vor allem im Betrieb hohe Kosten – selbst im Vergleich mit den anhaltend hohen Gaspreisen. Viele gleichzeitig betriebene Heizlüfter können außerdem zu Überlastungen im lokalen Stromnetz führen. Sie sollten daher nur als Ausnahme eingesetzt werden, wenn andere Heizsysteme ausfallen.

Kontrollierte Stromabschaltung

Nein, die Abschaltung erfolgt diskriminierungsfrei. Das heißt: Anders als bei der Gasversorgung wird nicht zwischen verschiedenen Verbrauchergruppen oder Netzebenen unterschieden. Bei einer kontrollierten Lastabschaltung aufgrund einer Stromunterdeckung werden die betroffenen Verbraucher nach wenigen Stunden wieder zugeschaltet und gegebenenfalls andere Verbraucher vom Netz genommen, sodass niemand mehr als ein paar Stunden auf Strom verzichten muss.

Wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt, um das Netz stabil zu halten, weisen die Systemführungen der Übertragungsnetzbetreiber (für unser Versorgungsgebiet: Amprion) eine Lastabschaltung an. Bei einer kontrollierten Lastabschaltung aufgrund einer Stromunterdeckung teilen sie den unterlagerten Verteilnetzbetreibern (LEW-Verteilnetz)  mit, für welchen Zeitraum diese vorbereitet und wieviel eingespart werden soll. Die Verteilnetzbetreiber wiederum legen eigenständig fest, welche Teile ihres Netzes sie abschalten, um die angeforderten Einsparungen zu erreichen. Sobald die Lage sich entspannt, können die Abschaltungen teilweise oder vollständig aufgehoben werden. Bei einer kontrollierten Abschaltung aufgrund eines Netzengpasses findet die Abschaltung in der entsprechenden Region statt.

Im Netz erwarten wir keine Schäden nach einer Lastabschaltung. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass eine solche Situation beherrschbar ist.