Neuer Hochbehälter fürs Peißenberger Trinkwasser

Trinkwasser aus Wasserhahn

Neuer Hochbehälter fürs Peißenberger Trinkwasser

„Die Qualität ist hervorragend. Wir liegen weit unter den Grenzwerten. Es braucht keine Aufbereitung, rein gar nix“, antwortet Georg Haser, der Wassermeister der Gemeindewerke, stolz, wenn er über die Güte des Peißenberger Trinkwassers befragt wird. Gute Wasserqualität erfordert natürlich auch eine gute technische Infrastruktur – und in diesem Bereich werden die Gemeindewerke demnächst knapp zwei Millionen Euro in einen neuen Wasserspeicher investieren.

Die Peißenberger Wasserversorgung läuft zum Teil über die Paterzeller Raffelbachquellen. Von dort aus fließen jährlich rund 280.000 Kubikmeter in Richtung Marktgemeinde. Das Quellwasser aus Paterzell läuft direkt ins 137 Kilometer lange Ortsleitungssystem. Aber es gibt noch ein zweites respektive drittes Standbein: Weitere 430.000 Kubikmeter pro Jahr werden nämlich von den Brunnenanlagen an der Böbinger Ammerbrücke und der „Burg“ über den südlich des Schweiber-Hofs gelegenen Hochbehälter ins Versorgungsystem eingespeist. Die beiden Kammern verfügen über ein Volumen von jeweils 1000 m³. Täglich fließen rund 1200 m³ aus dem Behälter in das Leitungsnetz.

Peißenberg: Jährlich 280.000 Kubikmeter aus Paterzell
Der Behälter ist zwar voll funktionstüchtig und optisch in gepflegtem Zustand, aber die 1970 errichtete Speicheranlage ist in die Jahre gekommen. Das Problem: Der Hochbehälter entspricht nicht mehr den modernen Technik- und Hygienestandards. Die beiden Speicherkammern zum Beispiel sind offen und nicht hermetisch abgeriegelt. „Nach 50 Jahren ist das Lebensende eines solchen Hochbehälters einfach erreicht“, konstatiert Haser.

Bei den Gemeindewerken hat man verschiedene Gutachten bezüglich des alten Behälters in Auftrag gegeben. Alle kamen zu dem gleichen Ergebnis: Es besteht Handlungsbedarf. Recht schnell hat sich bei den konzeptionellen Planungen herauskristallisiert, dass man einen komplett neuen Hochbehälter baut. Die Sanierung der bestehenden Bausubstanz würde zwar vermutlich um ein Drittel günstiger kommen, „aber dann haben wir die versteckten Mängel nicht behoben“, erklärt Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl: „Technologisch hat sich so viel getan, da ist ein Neubau deutlich nachhaltiger.“

Peißenberg: Hochbehälter-Neubau ist nachhaltiger
Eine Grobplanung für den neuen Behälter liegt bereits vor. Er soll in westlicher Richtung gleich neben dem bisherigen Standort errichtet werden. „Das ist wichtig wegen der Höhendifferenz. Es geht darum, hydraulisch möglichst wenig zu verändern“, erklärt Haser. Der Neubau soll sich in die Landschaft behutsam einfügen. Geplant ist, in einem Holzstadelbau zwei besonders langlebige, in sich geschlossene und mit Pollenfilter ausgestattete Edelstahlbehälter zu installieren. Ihre Kapazität wird dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum angepasst und inklusive Löschwasser bei 1100 Kubikmeter pro Kammer liegen.

Peißenberg: Spatenstich wenn möglich noch heuer
Wenn möglich soll heuer noch der Spatenstich erfolgen. Nachdem der Verwaltungsrat der Gemeindewerke bereits 2019 sein Plazet für das Projekt gegeben hat und der Grundstückskauf bereits in trockenen Tüchern ist, wird demnächst mit der Eingabeplanung begonnen. Haser rechnet mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr, sodass der neue Hochbehälter 2021 in Betrieb gehen könnte. Und was wird aus dem alten Behälter? Er wird zwar nicht abgerissen, aber auf jeden Fall außer Betrieb genommen. Die Anlage als Reservedepot weiterzuführen, wäre nicht wirtschaftlich. „Wir müssten den Behälter ja dann trotzdem sanieren. Außerdem bekämen wir irgendwann auch keine Zulassung mehr“, erklärt Werkleiterin Haberl.

Presse: Weilheimer Tagblatt
Redakteur: Bernhard Jepsen

Trinkwasser aus Wasserhahn

„Neue Pflänzchen“ bringen Geld

„Neue Pflänzchen“ bringen Geld

Laut Wirtschaftsplan werden die Peißenberger Gemeindewerke das Geschäftsjahr 2020 voraus-sichtlich mit einem negativen Gesamtergebnis von 935 000 Euro abschließen. Dennoch: Werkleiterin Ingrid Haberl sieht das Kommunalunternehmen (KU) auf einem guten Weg. Die Lage sei jedenfalls stabil.

Die Gemeindewerke rangieren derzeit in der Verlustzone. 2018 betrug das Defizit 248 000 Euro, im Vorjahr waren es 662 000 Euro und heuer wird das Minus wohl knapp unter einer Million Euro liegen. Dafür gibt es handfeste Gründe. Ein Faktor bezieht sich auf die Rahmenbedingungen im liberalisierten Strommarkt. Die Gewinne sind im Laufe der Jahre deutlich geschrumpft. „Der Strom-Verdienst ist so gering, dass man damit kein Bad finanzieren kann“, erklärt Haberl.

Mit „Bad“ ist natürlich die „Rigi Rutsch’n“ gemeint, dessen branchenübliches Defizit jährlich von den Werken getragen werden muss. 2020 wird im Bäderpark mit einem Minus von 936 000 Euro gerechnet. Gäbe es die „Rigi Rutsch’n“ nicht, könnte das KU heuer rein theoretisch einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan vorlegen. Das Problem mit dem Bäderdefizit ist seit Jahren bekannt.

Generell versuchen die Werke, mit einem „Maßnahmenkatalog“ ihre wirtschaftlichen Gesamtergebnisse zu verbessern. Zur Strategie gehört es, neue Geschäftsfelder – oder wie es Haberl bildlich formuliert – „neue Pflänzchen“ zu entwickeln. Darunter fällt zum Beispiel der Einstieg in den Betrieb des Gasnetzes. Ab Oktober wird man passend dazu die Sparte „Gas-Vertrieb“ an den Start bringen. Kunden können dann bei den Werken Gastarife abschließen. Einnahmen soll bald auch das im März 2019 in der „Rigi Rutsch’n“ eröffnete ambulante Rehabilitationszentrum generieren. Laut Haberl wird die Einrichtung im Laufe des Jahres die Gewinnschwelle überschreiten:„Die Bilanz nach einem Jahr sieht gut aus“, betont die KU-Chefin. Die Reha betreue inzwischen „durchgängig 30 Patienten“.

Intern feilt man bereits an Ausbauplänen. Im Gespräch ist auch eine fachliche Erweiterung zum Beispiel auf psychosomatische Behandlungen: „Aber das ist alles noch nicht ausgegoren“, erklärt Haberl.

Die Erweiterung und der Aufbau neuer Geschäftsfelder, aber auch die Modernisierung der bestehenden Werksinfrastruktur erfordern laufend Investitionen. Die finanziellen Mittel dafür müssen sich die Werke größtenteils extern beschaffen. Im Wirtschaftsplan 2020 ist eine Kreditaufnahme von 5,6 Millionen Euro vorgesehen. Unter anderem muss heuer aufgrund strengerer gesetzlicher Auflagen ins Wassernetz und in die Kläranlage investiert werden. Zudem steht immer noch die Auslagerung des gemeindewerkseigenen Bauhofs vom Gesamtareal an der Forster Straße auf dem Zettel. Ob es tatsächlich zur Bauhoftrennung kommt, ist aber noch nicht endgültig entschieden.

Trotz der Fremdkapitalaufnahme ist die Bilanzstruktur der Werke gesund. Die Eigenkapitalquote lag Anfang 2019 bei 38,6 Prozent: „Wir haben Gegenwerte mit einem hohen Anlagevermögen“, er-klärt Haberl: „Die wirtschaftliche Lage der Werke ist gut und stabil.“ Das Ziel der KU-Chefin ist klar formuliert:„Wir müssen mehr verdienen, um die ‘Rigi Rutsch’n‘ finanzieren zu können und nicht abhängig von der Marktgemeinde sein zu müssen – sonst ist das Ersparte irgendwann weg.“

Presse: Weilheimer Tagblatt
Redakteur: Bernhard Jepsen

Eschenentfernung und Quellsanierung

Eschenentfernung und Quellsanierung

Im Januar 2020 soll im Naturschutzgebiet Eibenwald auf der Flurnummer 485/0, Gemarkung Forst eine Hiebsmaßnahme (Baumfällarbeiten) durchgeführt werden.

Diese Maßnahme ist mit der Naturschutzbehörde Weilheim abgesprochen und erfolgt aus zwei Gründen:

1. Entfernung von rund 20 Eschen entlang des Wanderweges: Die Esche leidet stark an einem Pilz (Hymenoscyphus fraxineus) dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“ Dieser verursacht das sogenannte „Eschentriebsterben“. Zunächst werden die frischen Triebe der Eschen befallen und trocknen ein. Dies verursacht das typische Erscheinungsbild in den Eschenkronen. In Folge der Pilzerkrankung kommt es dann häufig zu Hallimasch oder Eschenbastkäferbefall. Die Bäume sterben alle langsam ab. Eine Bekämpfung der Krankheit ist nicht möglich.

Da der Wanderweg stark frequentiert ist, ist es für die Allgemeinheit zu gefährlich die absterbenden Eschen zu belassen. Die Bäume wurden von Förstern des Amts für Ernährung Landwirtschaft und Forsten begutachtet und markiert. Ein geeigneter Unternehmer wird die Bäume im Januar umschneiden und abtransportieren. Es soll ausreichend Kronenmaterial im Wald verbleiben.

2. Sanierung der Quellfassung „Am Raffelbach“: Zur Erhaltung der hohen, gesetzlich geforderten Trinkwasserqualität sanieren die Gemeindewerke Peißenberg KU die Quellfassung. Hierzu werden im Radius von 20 m um die Quellfassung die Bäume entfernt und die Verjüngung auf den Stock gesetzt. Eine dort vorhandene Eibe soll zum Jahresende versetzt werden. Diese Maßnahmen sind Vorarbeiten zur geplanten Quellsanierung.

Neuer Leitungsbau in Paterzell

Neuer Leitungsbau in Paterzell

Vor über 100 Jahren wurde am 3. Oktober 1909 in einer Interessenversammlung beschlossen, eine Wasserversorgungseinrichtung für Peißenberg zu bauen. Rund drei Jahre später war es soweit: die Arbeiten an der Quellfassung und der Zubringerleitung begannen. Zur damaligen Zeit war das Verlegen der Leitung im Vergleich zu heute keine einfache Arbeit. Per Hand mussten die Gräben ausgehoben und die Leitungen verlegt werden. Für die damaligen französischen Kriegsgefangenen sowie einige Peißenberger Landwirte eine schweißtreibende Arbeit.  Als Rohrmaterial wurde Grauguss (DN 125) mit Stemmmuffenverbindung verwendet. Nach vier Jahren Bauzeit konnte schließlich im Dezember 1916 die Zubringerleitung, mit einer Länge von ca. 8 Kilometern, in Betrieb genommen werden.

Nachdem das Material aufgrund seines Alters vermehrt störungsanfällig war, wurde beschlossen, die Leitung zu modernisieren. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen wurde die Modernisierung zeitlich und planerisch an die Straßenerneuerungsmaßnahmen der Verbindungstraße Peißenberg – Paterzell (WM 29) des staatlichen Straßenbauamts Weilheim gekoppelt und mit der Planung dasselbe Ingenieurbüro beauftragt.

Um eine störungsfreie und reibungslose Versorgung zu gewährleisten werden neue Rohre, die dem Stand der Technik (Pe 100 RC) entsprechen, verlegt. Im ersten Schritt werden die Rohre durch Stumpfschweißen miteinander verbunden. Im zweiten Schritt folgt eine besondere Verlegungstechnik: die Rohre werden durch ein grabenloses Verlegeverfahren in das Erdreich eingebracht d.h. die Einbringung der Leitung erfolgt mit Hilfe des Horizontalspülbohrverfahrens (HDD). Diese Methode ist aus technischer Sicht ein äußerst innovatives Verfahren. Durch den geringen Eingriff in die Erdoberfläche entstehen nicht nur geringere Kosten auch der zeitliche Aspekt ist zu berücksichtigen. Dank der guten Bodenverhältnisse werden Bohrstrecken von bis zu 300 Metern am Stück realisiert.  Anschließend werden im dritten Schritt die Schieber und Hydranten eingesetzt sowie die Leitung durchgespült. Abschließend erfolgt in nächster Zeit die Inbetriebnahme der neuen Leitung.