Die Abwasserbeseitigung und vor allem die Aufbereitung leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gewässer sowie zur Sicherung eines gesunden Grundwasserhaushalts und artenreicher Fischbestände.
Sauberes Wasser ist die Grundlage für Lebensqualität, Umwelt- und Gewässerschutz.
Bereits Ende der 1950er Jahre wurde mit einem umfassenden Kanalisationskonzept der Grundstein für eine sichere und nachhaltige Abwasserbeseitigung in Peißenberg gelegt.
1972 ging schließlich eine moderne mechanisch-biologische Kläranlage in Betrieb, die bereits damals eine hohe Reinigungsleistung gewährleistete. Um den stetig steigenden Anforderungen an den Gewässerschutz gerecht zu werden, wurde die Anlage in den Jahren 2005 bis 2007 umfassend modernisiert. Mit einem Investitionsvolumen von rund 8 Millionen Euro wurde das Klärwerk technisch auf den neuesten Stand gebracht und um innovative Reinigungsverfahren erweitert.
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Mehr InformationenSpezifikationen
Die Kläranlage Peißenberg ist eine:
Das Abwasser aus dem nördlichen Teil Peißenbergs wird mithilfe von Abwasserpumpen über den Guggenberg in den Hauptsammler gefördert und fließt anschließend der Kläranlage im freien Gefälle zu. Das Abwasser aus dem südlichen Teil Peißenbergs gelangt ebenfalls im freien Gefälle zur Kläranlage.
In der Rechenanlage werden zunächst die gröbsten Bestandteile wie Papier entfernt. Zum Einsatz kommt ein Feinrechen mit einem Stababstand von 3 Millimetern.
Anschließend durchläuft das Abwasser den belüfteten Sandfang. Sand und andere mineralische Feststoffe setzen sich am Boden ab, während das im Abwasser enthaltene Fett an die Oberfläche steigt und in den Faulturm zur Gasgewinnung gepumpt wird. Das dabei entstehende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt, das bis zu 80 % des täglichen Strombedarfs der Kläranlage deckt.
Das vorbehandelte Abwasser gelangt anschließend über die Bio-P in die biologische Reinigungsstufe.
Die Kläranlage arbeitet in der biologischen Stufe mit Belebungsbecken im sogenannten Wechselbetrieb. Die Becken übernehmen dabei abwechselnd unterschiedliche Aufgaben.
Das Abwasser wird jeweils für einen Zeitraum von 24 Stunden in eines der beiden Becken geleitet. Dort erfolgt die biologische Reinigung durch Mikroorganismen, die unter Sauerstoffzufuhr organische Stoffe sowie Stickstoffverbindungen abbauen.
Nach Ablauf dieses Zeitraums wird der Zulauf in das zweite Becken umgeleitet. Diese wechselnden Bedingungen sind entscheidend für eine effektive Reinigung:
Durch den kontinuierlichen Wechsel der Becken wird eine besonders effiziente und stabile Abwasserreinigung bei gleichzeitig optimiertem Energieeinsatz erreicht.
Die Schlammbehandlung sorgt für eine biologische Stabilisierung des Klärschlamms und verhindert eine unkontrollierte Faulung mit erheblicher Geruchsentwicklung.
Im Faulturm wird der Schlamm unter Luftabschluss (anaerob) behandelt. Dabei wird etwa die Hälfte der organischen Substanz – das entspricht rund einem Drittel des Feststoffgehalts – durch Mikroorganismen zu Klärgas umgewandelt.
Die nachfolgenden Schritte dienen der Abtrennung des Wassers aus dem Klärschlamm. Für die Schlammentwässerung kommt eine Schneckenpresse zum Einsatz. Dadurch wird der Wassergehalt deutlich reduziert und ein entwässerter Klärschlamm erzeugt.
Die Verwertung des entwässerten Klärschlamms erfolgt anschließend in einer Monoverbrennungsanlage.
Im Nachklärbecken erfolgt der letzte Schritt der Abwasserreinigung. Hier wird das zuvor biologisch behandelte Abwasser vom Belebtschlamm getrennt. Die Schlammflocken sinken auf den Boden des Beckens, während das gereinigte Wasser oben abfließt und anschließend in die Ammer eingeleitet wird.
Sie möchten einmal hinter die Kulissen schauen und unsere Kläranlage kennenlernen? Besuchen Sie das effiziente energieautarke Kläranlage der Gemeindewerke Peißenberg KU.
Informationen Besichtigung:
Ab 10 Personen bis max. 20 Personen | Mindestalter: 6 Jahre | Dauer: 1,5 Stunden. Kostenlose Parkplätze vor Ort.
Jeder Einzelne kann dazu beitragen, unsere Gewässer zu schützen. Es ist von großer Bedeutung, verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umzugehen.
Sie haben Fragen?
Bei Fragen oder Terminanfragen wenden Sie sich bitte an
Hannes Schimpl
Telefon: 08803 2997
Jörg Schuster
Telefon: 08803 2997
FAQ
– Kläranlage. Wir beantworten Ihre Fragen –
Das gereinigte Wasser entspricht strengen gesetzlichen Vorgaben und ist so sauber, dass es in die Ammer eingeleitet werden darf.
Der gesamte Reinigungsprozess dauert in der Regel zwischen 8 und 48 Stunden.
Beides: Viele Aufgaben finden im Freien auf dem Gelände statt, andere im Labor oder in den Leitständen.
Bei Starkregen kommen Regenüberläufe und Speicherbecken zum Einsatz, um Überlastungen der Anlage zu verhindern.
Sie verhindern, dass Schadstoffe, Keime, Medikamentenrückstände und Mikroplastik ungefiltert in die Gewässer gelangen.
– Abwassergebühren. Wir beantworten Ihre Fragen –
Die Versorgung mit Wasser und Abwasser ist Teil der Daseinsvorsorge. Die Gebühren sind kostenbasiert und nicht gewinnorientiert. Über- oder Unterdeckungen der vergangenen vier Jahre werden im aktuellen Kalkulationszeitraum (2026 – 2029) ausgeglichen. Auch Investitionsmaßnahmen in diesem Zeitraum werden einkalkuliert.
Ungeplante Ausgaben sowie nicht einkalkulierte Kostensteigerungen der letzten vier Jahre müssen im nächsten Bemessungszeitraum ausgeglichen werden. Hierzu zählen unter anderem Investitionskosten beim Hochbehälter „Schweiber“, die Chlorung 2024, die Anschaffung der UV-Filteranlagen sowie steigende Personal- und Materialkosten.
Die Zählergrundgebühr beträgt künftig 120,00 Euro pro Jahr. Die Gebühr für 1.000 Liter (1 m³) Wasser beträgt 3,69 Euro, für Abwasser 3,20 Euro. Die Abgabe pro m² Niederschlagswassergebühr liegt bei 0,79 Euro. Diese Angaben stellen Nettowerte dar.
Die neuen Gebühren werden zum 01.01.2026 wirksam und gelten bis zum 31.12.2029.
Die Kosten für Wasser und Abwasser werden auf der Homepage der Gemeindewerke Peißenberg KU unter „Download – Aktuelles – Wasser“ veröffentlicht und im Rahmen der Jahresgebührenbescheide ausgewiesen. Für Niederschlagswasser wird Anfang des Jahres 2026 ein neuer Gebührenbescheid erstellt und verschickt.
Bei einem Einpersonenhaushalt mit einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 48 m³ pro Jahr bedeutet dies etwa 14,00 Euro Mehrkosten pro Monat. Ein Einfamilienhaus mit einem geschätzten Verbrauch von 140 m³ liegt monatlich etwa 31,00 Euro höher.
Dazu benötigen Sie Ihren individuellen Wasserverbrauch in m³. Diesen können Sie zum Beispiel Ihrem letzten Gebührenbescheid entnehmen. Der Verbrauch wird mit den neuen Preisen pro m³ multipliziert. Hinzu kommt die Grundgebühr. Diese Summe kann anschließend mit dem letzten Gebührenbescheid verglichen werden.
Durch sparsamen Wasserverbrauch können die Gebühren für den Endverbraucher gesenkt werden. Jede Einsparung reduziert direkt die Wasser- und damit auch die Abwassergebühren auf dem Jahresgebührenbescheid. Allerdings führt ein insgesamt sinkender Wasserverbrauch in Peißenberg dazu, dass die gleichen Gesamtkosten auf eine geringere Menge umgelegt werden. Dadurch kann der kalkulierte Kostenanteil pro m³ in der nächsten Kalkulationsperiode steigen.
Eine erneute Kalkulation erfolgt zum Stichtag 01.01.2030 für den Zeitraum 2030 – 2033.
Der Großteil der Kommunen orientiert sich an dieser Kalkulationsregel. Grundsätzlich gilt der Grundsatz der Konstanz. Das bedeutet, dass die Zeiträume nicht beliebig verändert werden dürfen. Die Entscheidung über den Kalkulationszeitraum wird vom Gemeinde- und Verwaltungsrat verabschiedet. Bei großen Unterdeckungen hilft ein längerer Zeitraum, da die aufgelaufenen Kosten über mehrere Jahre gestreckt werden können.
Grundsätzlich ja – sollten sich im nächsten Bemessungszeitraum unerwartete Überschüsse ergeben. Diese wären gemäß Überdeckungsverbot auszugleichen.
Grundsätzlich ja – sollten sich im nächsten Bemessungszeitraum unerwartete Überschüsse ergeben. Diese wären gemäß Überdeckungsverbot auszugleichen.
Die aktuelle Handhabung regelt die Kostenverteilung anhand des individuellen Wasserverbrauchs. Das bedeutet, dass jeder seine Kosten durch den eigenen Verbrauch steuern kann. Bei Mietern erfolgt die Verrechnung des Wasserverbrauchs über die Nebenkostenabrechnung des Vermieters.
Ja, die Anpassung betrifft alle Wasseranschlüsse im Versorgungsgebiet der Gemeinde Peißenberg. Ausnahmen bestehen beispielsweise beim Wegfall der Abwassergebühren, wenn das Abwasser nicht über die Kanalisation, sondern etwa über Kleinkläranlagen entsorgt wird. Grundsätzlich sind große Verbrauchsmengen – etwa bei Industriebetrieben – für alle Verbraucher hilfreich, da diese aufgrund der höheren Wassermengen einen größeren Kostenanteil tragen.
Nein. Die Kosten werden anhand der berechneten Gebührensätze gleichermaßen auf alle verteilt. In Peißenberg wird außerdem auf die einmalige Erhebung von Verbesserungsbeiträgen verzichtet, da diese nicht alle Bürger gleichermaßen betroffen hätten. Die Verteilung über verbrauchsabhängige Gebühren pro m³ stellt somit eine faire Lösung für alle Verbraucher dar.
Durch den vorübergehenden Leerstand wird in dieser Zeit wenig bis kein Wasser verbraucht. Somit fallen für Wasser und Abwasser keine verbrauchsabhängigen Gebühren an. Eine Ausnahme ist die Grundgebühr, da diese unabhängig vom Verbrauch erhoben wird.
Ein Teil der Gebührenanpassung dient dem Ausgleich der Kostenunterdeckung des letzten Bemessungszeitraums. Der andere Teil fließt in Investitionen wie den Neubau des Hochbehälters Oberbuchau, die Sanierung der Quelle Paterzell sowie die Erweiterung des Wasserschutzgebiets am Brunnen Burg. Im Bereich Abwasser sind Investitionen in eine eigene Klärschlammpresse sowie erforderliche Sanierungen im Kanalnetz vorgesehen. Diese Investitionen sowie der Anschluss des Abwassers aus Hohenpeißenberg führen langfristig zu einer Kostenentlastung. Auch laufende Betriebskosten wie Personal, Umlagen aus Verwaltung und Bauhof sowie Materialkosten (z. B. Reparaturen von Rohrbrüchen) sind in den Abgaben enthalten.
Belastbare Vergleiche zwischen Kommunen sind kaum seriös möglich. Die Kalkulationszeitpunkte, die Erhebung von Verbesserungsbeiträgen, Topologie und Geologie, die Größe der Kommune sowie der Zustand der jeweiligen Leitungsnetze unterscheiden sich stark. Ebenso variieren Personal- und Kostenstrukturen, insbesondere wenn Wasserversorgung oder Abwasserbeseitigung über Zweckverbände erfolgen. Die Gemeindewerke Peißenberg KU gehen davon aus, dass auch andere Versorger ihre Gebühren erhöhen werden.
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